Skin Boat

Bei diesen Booten handelt es sich um Boote, welche aus einem Holzgerippe als Tragekonstruktion gebaut sind, und diese dann mit zusammengenähten Tierfellen bespannt werden. Als begeisterter Kanufahrer haben mich solche Boote schon immer fasziniert. Insgesamt habe ich schon drei solcher Boote selbst gebaut.Das erste aus einer Weidekonstruktion zusammengebunden mit Draht. Das Boot hatte eine Länge von 5 m und eine mittlere Breite von 1,20m. Ich habe die Konstruktion mit einer Plane bespannt und im Schwimmbad getestet. Hat super funktioniert!

 

Wollte dann noch einen drauf legen und die Konstruktion (Gerippe) mit echten Tierfellen bespannen. Ich habe mir drei frische, blutige Rinderfelle bei einem Metzger besorgt.War eine ziemlich, blutige und stinkende Angelegenheit.Nachdem ich die Felle (mit dem Fell nach innen) miteinander vernäht und der Bootsform angepasst hatte,glaubte ich zumindest optisch an die perfekt gelungene Konstruktion.Die Felle waren frisch und sehr schwer, deshalb wollte ich die Testfahrt abwarten bis die Felle abgetrocknet sind. Dies hat sich allerdings als fataler Fehler herausgestellt. Durch das Trocknen sind die Felle so stark geschrumpft, dass es mir die Nähte auseinander gezogen hatte. Die Indianer hatten die Felle erst getrocknet und mit Ihren einfachen Mitteln gegerbt.(zum Teil aus einer Mischung aus Urin und Baumrinde)

Ich war wieder um eine Erfahrung reicher!

 

 

Das zweite Skin Boat war etwas Neuzeitlicher.

 

Länge etwa 4m, Breite ca. 1m Die Konstruktion war aus zusammensteckbarem Aluminium Gestänge gefertigt. Bespannt wurde die Konstruktion mit einer PVC-Folie. An den Spanten und am Rumpf

dreifach verstärkt. Mit diesem Boot haben wir einige Flußtouren in Kanada unternommen.

Mein drittes Skin Boat wollte ich wieder aus natürlichen Materialien herstellen.

Dieses Boot sollte aber etwas besonderes werden!

 

Die Multifunktion besteht darin ! Es soll aus zwei Rucksacktragegestellen ein Boot sowie ein Transportwagen  in der Wildnis gebaut werden können. (Mein Plan ist eine historische Goldgräberroute von 1898 mit Orginalausrüstung nachzuvollziehen)

Für die Bespannung habe ich mich für Segeltuch entschieden. Diese Segeltuch aus dicht gewebtem Baumwollstoff ist für Zelte usw. als Regenschutz durchaus geeignet. Mir war aber klar, dass dieses Material nicht druckwasserdicht ist. Ich habe über Monate hinweg mit verschiedenen Beschichtungen experimentiert. Immer unter der Prämisse keine Materialien zu verwenden,die nach 1898 entwickelt wurden. PVC und Latexbeschichtungen vielen somit weg. Aus alten Patentrecherchen geht hervor,dass PVC erst Anfang des 19. Jahrhundert zur Anwendung kam. Mir blieben dann nur wenige Möglichkeiten von Ölen in Verbindung mit natürlichen Harzen oder die ältere Bitumenbeschichtung.

 

 

Meine Wahl fiel auf die zuerst sicherste Methode Bitumenbehandlung. Eine verdünnte Bitumenmischung diente als Anstrich des Segeltuches. Nach dem ersten Test erwies sich das Boot in seiner Konstruktion, bezüglich Kippsicherheit, Wendigkeit und auch zuladungstechnisch als optimal. Auch die Bitumenbehandlung erwies sich als druckwasserdicht selbst bei großer Zuladung.

 

Nachdem ich dann das bitumenbehandelte Segeltuch sorgfälltig zusammengerollt und verstaut hatte (es war im Winter 2013) kam im Sommer die böse Überraschung. Als ich mit den ersten Sonnenstrahlen des Sommers meine erste Flusstour starten wollte, musste ich leider feststellen, dass die Bitumenbehandlung für den Ab-  und Aufbau der Bespannung nicht geeignet ist. Bei warmen Temperaturen ab 20 ° Celsius klebt der zusmmengerollte Stoff zusammen. Die Angelegenheit führt zu versauten Kleidern und Händen. Es gab ein großes Feuer. Hat gut gebrannt!!! Aber man lässt sich seine Träume nicht so leicht nehmen. Deshalb gab es einen weiteren Versuch mit der Behandlung von Leinölen und Hartwachs. Hat geklappt,aber nach einem Jahr wurde das Segeltuch schimmelig und brüchig.

 

 

Bin um viele Erfahrungen reicher. Werde bei meinem geplanten historischen Goldsucher Trip zumindest in der Bespannung meines Skin Boat  auf ein PVC-beschichtetes Material zurückgreifen. Übrigens habe das MULTIFUNKTIONSBOOT gewichtmäsig nochmals stark reduziert in dem ich auf die zwei Räder und somit auf den Transportwagen verzichtet habe. Kann mir jetzt aus einem Rucksacktragegestell ein Kanu in der Wildnis bauen (Mit einer PVC-Folie die mir gleichzeitig als Tarp dient). Ein Transportwagen lässt sich nur auf freien Pfaden einsetzen. Im dichten Urwald kann dieser nicht verwendet werden.

 

 

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